Indian Summer in Kanada
Kaum eine Jahreszeit ist so bunt wie die des Indian Summers. Im Spätsommer färben sich die Laubbäume in allen Farben: grün, gelb, orange, rot, braun, ocker – und das alles unter einem strahlend blauen Himmel. Dabei steigen die Temperaturen meist noch einmal an und es wird zu einem Sommer der Farben. Ganz besonders gut kann man den Indian Summer in den Nationalparks in Kanada und Nordamerikas erleben, Neuengland, um die Großen Seen und in Connecticut. Er ist ähnlich dem deutschen Altweibersommer, denn auch in Europa und Deutschland hat man ähnliche Farbspiele. Doch in Kanada und Nordamerika ist er besonders wirkungsvoll, da die Wälder mancherorts bis zum Horizont reichen.
Die Färbung
Ganz nüchtern gesehen ist die Umfärbung der Blätter ein chemisch-biologischer Prozess. Die Bäume entziehen den Blättern bei Abnahme des Tageslichtes Proteine und lebenswichtige Nährstoffe, die sie zum überleben und neuem Wachstum im nächsten Jahr brauchen. Das Chlorophyll geht ebenfalls zurück und es bleiben hauptsächlich die Carotinoide. Warum sie aber schamrot werden, ist nicht wirklich geklärt. Interessant ist dabei, dass die selben Baumarten in Europa eine wesentlich leichtere Rotfärbung aufweisen. Was den Biologen nun aber zu großen Forschungen und Spekulationen anregt, interessiert den Fotografen weniger. Denn für ihn ist das Resultat das wichtigste.
Farbspektakel
Man kann ihn weltweit erleben. Und man kann dazu gezielte Reisen unternehmen. Wunderbare Färbungen sieht man im Camden Hills und dem Baxter State Park in Maine, in dem White Mountain National Forest in Vermont, in der Umgebung von Kingston, Rhode Island und im Litchfield Mountains State Park in Connecticut. Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Eisenbahnfahrt von Essex nach Chester, wo mit der nostalgischen Dampfeisenbahn quer durch diese Farbenpracht gefahren wird. Auf dem Appalachian Trail kann man ihn auf einer Wanderung hautnah erleben. Der gesamte Osten Kanadas ist ebenfalls perfekt zum Indian Summer.

